Presseschau

11. November 2017

WASSERBALL


Mit Sándor in die 1. Liga – NNN vom 11./12.11.2017

 

WSW Rostock verpflichtet den ungarischen Ex-Profi Vass als neuen Cheftrainer

Der Verein Wassersport Warnow Rostock (WSW) hat Großes vor, will im Wasserball langfristig in die 1. Liga. Dafür hat er mit Sándor Vass (nicht zu verwechseln mit dem früheren ungarischen Handball-Nationalspieler und –trainer gleichen Namens) eine Koryphäe der Sportart als Cheftrainer gewinnen können.

Der Ungar, der seit seinem 17. Lebensjahr Profi war, wurde mit dem Verein Szentes Vizmü 1978 A-Jugend- Meister in seinem Heimatland, 1980 Pokalsieger, 1981 Europacup-Vierter. 18 Jahre lang war Vass als Spieler und Trainer in Deutschland tätig: zwei bei Poseidon Köln, sage und schreibe 16 beim Düsseldorfer Schwimmclub 1898, wo er 1995 deutscher Vize- Meister und später mit 46 Jahren ältester  Bundesliga- Feldspieler wurde.

2008 kehrte der heute 57-Jährige nach Ungarn zurück, wo Wasserball Nationalsport ist, trainierte in seiner Geburtsstadt Szentes sowohl die Männer als auch die Jugend in der 1. Liga. Sándor Vass ist zudem als  Referee tätig und war bei den Weltmeisterschaften im Juli in Budapest als Schiedsrichter-Beobachter eingesetzt.  Also wirklich ein Hochkaräter, dessen Dienste sich der Wassersport Warnow da für zunächst drei Jahre über den Kontakt zu seiner ungarischen Ausrüsterfirma Diapolo sicherte.  (Anm. d. Vereins: ein grosses Dankeschön an dieser Stelle an Ferenc Nagy, der uns mit Sándor zusammengeführt hat!)

»Wir sind ja vor allem ein Breitensportverein, allerdings mit den leistungsorientierten Zweigen Wasserball und Kanupolo“, führt der WSW-Vorsitzende Uwe Richter aus. „Sándor soll unsere Jugendteams aufbauen, Spieler formen, die mal Bundesliga spielen können. Ich denke, das wird aber zehn bis 15 Jahre dauern. Nachdem sich die HSG Warnemünde zurückzog, haben wir ja auch keine 2. Liga mehr hier. Dorthin bis 2024 zu kommen halte ich für realistisch und sollte die erste Stufe sein.«

Mit der U11-, künftig U12- Mannschaft, so lautet der Plan, sollen zunächst in der Norddeutschen Meisterschaft in Sachen Konkurrenzfähigkeit Fortschritte erzielt werden, um die Entwicklung dann peu à peu, den begrenzten Trainingszeiten zum Trotz, über die älteren Nachwuchs-Altersklassen bis hin zu den Männern fortzusetzen; ein Frauenteam hat der Verein ja schon.

Kennengelernt haben sich der neue WSW-Coach, der vorerst in einer Ferienwohnung in Alt Reutershagen untergebracht ist, und ein Teil seiner Schützlinge bereits in seiner Geburtsstadt Szentes, wo 18 Wasserball-Talente des Vereins unlängst ein Trainingslager absolvierten. Kurz danach kam Sándor Vass nach Rostock. Kommunikationsprobleme gibt es keine: Der Vater einer Tochter (Gabriela ist 32 und lebt in Ungarn) spricht perfekt Deutsch. Sogar Klartext: »Dreimal Training die Woche ist zu wenig. Ich will soviel wie möglich Training machen, und alle im Verein sollen Lust darauf haben. Bei den Kindern möchte ich innerhalb eines halben Jahres nicht nur spielerisch, sondern auch menschlich Ergebnisse sehen. Und wir wollen immer näher an die Mannschaften herankommen, die derzeit das Niveau bestimmen, und irgendwann vorbeiziehen.« (von Peter Richter)

 


Trainergespann Richter/Vass blickt zuversichtlich in die Zukunft